Die Umfragen hatten es voraus gesagt: Schon lange vor der Wahl wurde die SPD als ‚Wahlsiegerin‘ gehandelt. Die CDU wegen einem vermeintlich schwachen Kandidaten und einem unterlegenen Aspiranten auf die Kandidatur, der das Sticheln nicht lassen konnte, konnte sich bei den Wählern nicht profilieren. Die Kandidaten-Trielle hatten immer nur einen Sieger: Olaf Scholz. In einer geschickten Medienkampagne in den sozialen Netzwerken, die von Lars Klingbeil koordiniert wurde, wurden die Konkurrenten gezielt verunglimpft. Hat da die SPD etwas von der ihnen verbundenen Demokratischen Partei der USA gelernt? Nicht nur die SPD, auch die FDP konnte dank einer Medienkampagne auf TikTok und Instagram den Spitzenplatz bei den Jungwählern erreichen. Parteien, die hier nicht mit der Zeit gehen, werden mittelfristig das Nachsehen haben. Das spricht nicht für die Qualität des Wahlkampfes. Dieser war ausgesprochen inhaltsleer, obwohl es keinen Mangel an wichtigen Themen gab und gibt. Nicht nur die für die SPD scheinbar nicht existente Coronakrise hätte einem deutlichen Lösungsvorschlag zugeführt werden müssen. Auch Fragen nach der Finanzierung der vorgeschlagenen Maßnahmen wurden nicht beantwortet. Steht doch im Haushalt 2022 eine Finanzierungslücke von 100 Milliarden Euro. Die Parteien – Grüne und CDU -, die nicht den Erwartungen gerecht geworden sind, werden für die nächsten Jahre ihre Lektion gelernt haben. Nähern wir uns amerikanischen Wahlkampfverhältnissen?